Copyrights: Wenn der Auftraggeber mit Vergütung eines Designs die Nutzungsrechte erwirbt und nun glaubt, dass er der Urheber sei.

Hinweis: STUELKEN New Media bietet keine Rechtsberatung an. Hierzu sind ausschließlich Rechtsanwälte befugt. Wir benennen Ihnen auf Anfrage Personen und Kanzleien, an diese Sie sich in Rechtsfragen wenden können. Sie können die von uns nachfolgend zusammengestellten Informationen als grobe Orientierung verstehen, damit Sie in Bezug auf "Urheber" einerseits und "Copyright" andererseits zumindest das Grundlagen kennen.

Der sogenannte Copyright-Vermerk dient dazu, einem Betrachter mitzuteilen, an wen man sich bitte wenden möge, wenn man das betrachtete Werk als Ganzes oder auch nur Teile davon "kopieren" möchte. Viele haben in Zeiten von Open-Source, Copyright, Abmahnern und einem schwindenden oder zuweilen auch als ungerecht empfundenen Rechtsbewusstsein den Eindruck gewonnen, dass jedes Werk, welches keinen Copyright-Vermerk trägt, als "public domain" im Sinne von gemeinfrei gilt. Dem ist aber nicht so. Sie sollten keine Texte, Grafiken, Fotografien, Logos, Symbole sowie aber auch Verzeichnisse, Datensammlungen von Designern, Autoren, Fotografen und weiteren Berufsgruppen ohne Einwilligung und/oder Freigabe "kopieren" und damit "nutzen", unabhängig davon, ob diese Werke nun einen "Copyright"-Vermerk beinhalten oder nicht.

Wenn Sie diese Werke als Ganzes oder in Teilen nutzen möchten, dann müssen Sie ggf. in Erfahrung bringen, wer Ihnen die Einwilligung für eine Nutzung erteilen darf. Im Regelfall haben Sie sich direkt an den Urheber eines Werks zu wenden, weil nur dieser darüber entscheiden darf, unter welchen Konditionen er der Nutzung (Kopieren ist eine Variante einer Nutzung) seiner Werke und damit der Wertschöpfung an seinen Ideen durch Dritte zustimmt

Manche Menschen glauben, dass derjenige, der ein Werk wie eine Website, einen Text, eine Grafik oder auch ein Foto beauftragt hat, automatisch auch das "Copyright" besitzt. Dem ist aber zumeist nicht so. In Bezug auf die Nutzung wird primär zwischen einem einfachen oder exklusiven Nutzungsrecht unterschieden. Darüber hinaus kann das Nutzungsrecht für die Vornahme an Änderungen gewährt werden. Eine noch weitergehende Variante im Falle von Nutzungsrechten ist die Erlaubnis, die erworbenen Werke über die eigene Nutzung hinaus auch kopieren und mitunter auch gegen Vergütung Dritten veräußern zu dürfen. Und im Grenzfall hat der Urheber das Copyright vollständig auf den Auftraggeber übertragen und darf sein eigenes Werk vertragsgemäß gar nicht mehr nutzen.

Ein jedes dieser Nutzungsrechte wird auch bei Vereinbarung erst dann übertragen, wenn die vereinbarte Vergütung eingegangen ist. Oftmals wird zwischen Entwurfsvergütung und Nutzungsvergütung unterschieden. Im Kern bedeutet das, dass ein Entwurf auch dann zu vergüten ist, auch wenn das Werk gar nicht genutzt wird. Im Gegenzug kann ein Designer einem Dritten für ein bestehendes, mitunter vom Designer selbst finanziertes Designkonzept gegen eine Nutzungsvergütung die Nutzung gewähren. Ein typisches Beispiel hierfür sind Lizenzen sowie auch Tantiemen.

Das Urheberrecht ist in Deutschland nach unserem Kenntnisstand untrennbar mit einem Urheber verbunden, kann also im Regelfall nicht wie in den USA abgetreten (public domain) und auch nicht geleugnet werden. Der Sinn wird einem recht schnell deutlich, wenn man sich vorstellt, dass jemand Werke erstellt und veröffentlicht, die maßgeblich gegen Rechte oder die Grundwerte unserer Demokratie verstoßen, und sich dann kurzerhand selbst davon differenziert. 

Ein Auftraggeber wird selbst nur zum Miturheber, wenn dieses ausdrücklich und schriftlich vereinbart wurde. Eine Mitwirkung des Auftraggebers in einem Projekt des Medien- und Kommunikationsdesigns ist eine Selbstverständlichkeit, denn ohne Informationen oder Entscheidungen im Falle von Alternativen geht es zumeist nicht. Diese vertragsgemäße Mitwirkung des Auftraggebers begründen aber keine Miturheberschaft.

Beispiel: Wer als Auftraggeber dem Designer "vorschlägt", ein Logo in Dreiecksform zu gestalten und sich am Ende für die Farbe rot "entscheidet", war dennoch nicht der Urheber. Sie müssen aber beispielsweise an einem Logo auch gar kein "Urheberrecht" erwerben, sondern nur das Nutzungsrecht im erforderlichen oder gewünschten Sinne erwerben, entscheidend ist nicht, wer die Idee hatte, wer bezahlt hatte und wer es umgesetzt hatte, sondern nur, wer die Nutzungsrechte am Ende besitzt.

Die Thematik Copyright, Nutzungsrecht und Urheberrecht ist also, um es gelinde auszudrücken, kompliziert. Inbesondere kleine Unternehmen, welche nicht über die erforderliche Streitkasse verfügen, um Abmahnungen oder Verfahrenskosten aus der Portokasse zu zahlen, sollten ein Bewusstsein dafür entwickeln, diese rechtlichen Fragen angemessen zu berücksichtigen und fair zu behandeln, denn schon die Veröffentlichung einer nicht autorisierten Planauszugskopie aus einem Stadtplan wird mitunter von Verlagen verfolgt.

STUELKEN New Media umgeht in vielen Fällen lizenzrechtliche Fragen in Gestaltung und Grafik mitunter schon dadurch, dass unsere Werke im Falle von Beispielsweise Webseiten auf Open-Source-Lösungen basieren und in Gestaltungsfragen oftmals alle Corporate Design, Web Design und auch in der Detailarbeiet die Gestaltungselemente und Grafiken im eigenen Hause erstellt. Darüber hinaus hinterlegen wir bei Fotos und Bildmaterial aus externen Quellen die Quellenangaben, Nutzungsrechte und Nutzungsbedingungen. Bei Bereitstellung von Inhalten, Fotos, Grafiken etc. durch Sie als Auftraggeber haften Sie selbst für die rechtmäßige Nutzung.