Es ist im Grunde genommen eine Binsenweisheit: Die Bereitschaft zur Investition in Design, Grafik, Text, Programmierung ist sehr verschiedenen ausgeprägt und variiert selbst unter gleich großen Mitbewerbern im Faktor -80% bis +400%.

In Fragen von Kosten und Investitionen gilt das 1. Stuelken'sche Axiom: "Ein Design kostet so viel wie man zu investieren bereit ist". Es gibt eine zu empfehlende Untergrenze und eine Obergrenze. Und alles, was dazwischenliegt, kann bei ausreichend Flexibilität und Entscheidungsfreiheiten angesteuert werden.

Mit Ihrer Investition gewähren Sie Designern und Entwicklern eine Vergütung für deren Arbeitszeit im Projekt sowie aber auch die vielen Tage, Wochen und zuweilen Monate, die sich auf keiner Rechnung wiederfinden. Doch ein maßgebender Anzahl lässt sich weder in Materialkosten noch Arbeitszeit messen: Ideen, Tipps, QM oder kurzum das "Thinking". 

Zwischen Investitionsempfehlungen und Angeboten differenzieren

Die größte Schwierigkeit in der Frühphase besteht nicht darin, den günstigsten Preis zu finden, sondern eine Investitionsempfehlung zu bekommen, die den eigenen Zielen und finanziellen Möglichkeiten incl. aller zu erwartenden Nebenleistungen über die Nutzungszeit von Monaten oder auch Jahren gerecht werden kann.

  • So wenig wie strategisch noch vertretbar.
  • So viel wie für eine Chance zur Zielerreichung erforderlich.

Design ist eine Frage der Dimensionierung. Und Design ist ein Prozess. Wer keine Erwartungen und messbaren Kriterien formulieren kann der kann oft auch keinen Designprozess steuern. 

Wer steuert?

Eigentlich ist das Prinzip plausibel, nicht wahr? Aber wer entscheidet eigentlich, was denn nun vertretbar oder erforderlich ist? Wer weiß, was als Standard und was also Sonderfall zu werten ist? Verformuliert die Kriterien oder den Maßstab? Wer trifft Entscheidungen oder wer formuliert die Fragen an eine Jury oder wer wählt diese Jury aus?

Bis wann spricht man von Standard und ab wann von "individuell"?

Es gibt für alle Leistungen stets eine eher standardisierte und eine eher individuellere Lösung, und es gibt stets starre und flexiblere, billige und teurere, nachlässige oder gewissenhafte Ansätze. Wer versucht, zuerst ein Pflichtenheft zu erarbeiten mit allen Details, um auf dieser Grundlage einen Preis zu bekommen, muss nicht nur schnell zig Seiten verfassen: Er vergisst auch, dass an diesem Punkt noch immer nicht sichergestellt werden kann, dass das Ergebnis Ihnen gefällt, denn es gibt kein klares Maß für "Qualität" oder für "Gewissenhaftigkeit" oder für "Kreativität" sondern eben nur eine oftmals technische Spezifikation einerseits und Ihr Bauchgefühl andererseits. 

Sie werden stets eine Grauzone in der Bewertung oder auch als Anbieter in der Kalkulation von Angeboten haben. Ein guter Preis für eine Leistung ist der, welcher von beiden Seiten noch als fair empfunden wird. Das aber gilt nicht für einzelne Teilleistungen sondern in der Summe aller Leistungen und Nebenleistungen über mehrere Jahre, auch Nutzungszeit genannt.

Die meisten Unternehmer und Dienstleister kennen dieses Prinzip und sind darin bestrebt, beiden Seiten über Jahre eine angenehme Zusammenarbeit zu erhalten. AGBs und das Kleingedruckte gibt es oftmals nur deshalb, weil man nie ausschließen kann, dass der Gegenüber zu jener Minderheit gehören könnte, welche sich als Problemfall entpuppen könnte.

Es gibt in Deutschland für fast alles Statistiken und Literatur: Auch für Investitionen in typische Entwurfsleistungen im Medien- und Kommunikationsdesign finden Sie Angaben darüber, was als angemessen gilt. Wer diese Empfehlungen anschließend ignoriert, der macht das, was man jedem Unternehmer zugestehen muss: Er trifft eine unternehmerische Entscheidung. Diese Entscheidung kann falsch sein, muss es aber nicht. Genau das möchte man aber oftmals gern vorher bewerten können.

Und genau an dem Punkt bekommt ein Designer oder eine Agentur wieder einen Zusatznutzen und Mehrwert, der über den reinen Angebotspreis hinaus geht: Wir kennen nämlich die Statistiken und Erfahrungswerte. Wir kennen bei vielen Leistungen die optionalen Abkürzungen, wissen, wo wir auch mal schlampen und wo wir verteufelt gut aufpassen müssen. Und wir können auch die Risiken vieler Abkürzungen bewerten.

Was zählt ist oftmals ein finanzieller Rahmen im Sinne einer Erwartungshaltung, was es denn Kosten darf. Mit genau der gleichen Erwartungshaltung entscheiden Sie sich vor dem Auto- oder auch dem Küchenkauf auch, wo Sie sich informieren.